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Innenminister antwortet Hartmut Ganzke

Zahl der Straftaten an Schulen im Kreis Unna nimmt ab

Von Kevin Kohues, 07.06.2018
Zahl der Straftaten an Schulen im Kreis Unna nimmt ab © dpa
Tatort Schule: An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen wurde im Januar ein 14-jähriger Schüler e ...

Kreis Unna. Der Mord an einem Gesamtschüler in Lünen sorgte im Januar bundesweit für Entsetzen. Der Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke (SPD) nahm die erschütternde Tat zum Anlass, einmal bei der Landesregierung nachzufragen, ob Straftaten an Schulen im Kreis Unna insgesamt zunehmen. Die Antwort lautet: nein.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik listet für das Jahr 2017 insgesamt 498 Straftaten an Schulen im Bereich der Kreispolizeibehörde Unna auf – 4,23 Prozent weniger als im Vorjahr (520 Fälle). Für die Schulen in der Stadt Lünen, die zum Polizeipräsidium Dortmund gehört, bedeuteten 76 erfasste Straftaten sogar einen Rückgang um 29,63 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016 (damals 108 Fälle). Eine Differenzierung nach Schulen ermöglicht die Statistik übrigens nicht. Ebenso wenig kann das Innenministerium die Frage Ganzkes beantworten, welche Motive zu den Delikten geführt haben. Dies sei mit „vertretbarem Verwaltungsaufwand nicht möglich“.

Acht Straftaten gegen Lehrer

Sehr wohl möglich ist dagegen ein genauerer Blick auf die Straftaten gegen Lehrer. Acht Straftaten zählte die KPB Unna im Jahr 2017 gegen Lehrkräfte. Es handelte sich um einfache Körperverletzungen in Bergkamen, Selm, Schwerte und Unna (2), jeweils eine gefährliche Körperverletzung in Fröndenberg und Selm sowie eine Bedrohung in Bergkamen. 2016 lagen die Zahlen und Delikte auf einem ähnlichen Niveau (sechs Fälle). In Lünen wurden in beiden Jahren keine Straftaten gegen Lehrer bekannt.

Beleg für erfolgreiche Schulsozialarbeit

Dass die Anzahl von Straftaten an den Schulen im Kreis anders als im Landestrend rückläufig ist, wertet Hartmut Ganzke übrigens als Beleg für erfolgreiche Schulsozialarbeit.

„Durch den Einsatz der Schulsozialarbeiter entstehen viele Konflikte erst gar nicht“, so der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag. Erfreut zeigt sich Ganzke über das Bekenntnis von Innenminister Herbert Reul (CDU), die Zusammenarbeit von Beratungslehrkräften und den schulischen Teams zur Prävention und Intervention weiter fördern zu wollen.

Straftaten an Schulen: Diese Daten stecken dahinter

Die Zahlen stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Die Tatörtlichkeit „Schule“ gibt es darin erst seit dem Jahr 2008.

Sie umfasst das Schulgebäude, das Schulgelände, das unmittelbare Umfeld, den Schulweg sowie Orte außerhalb des Gebäudes, an den schulische Veranstaltungen stattfinden (z.B. Klassenfahrten, Schulsport).

Bei Taten im unmittelbaren Umfeld der Schule, auf dem Schulweg und bei anderen schulischen Veranstaltungen muss die Tat einen unmittelbaren schulischen Bezug erkennen lassen oder im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Schulbesuch stehen.

Taten auf dem Schulgelände oder im Schulgebäude werden auch außerhalb des eigentlichen Schulbetriebs unter der Tatörtlichkeit „Schule“ erfasst. So steht es in den offiziellen, bundeseinheitlichen Kriterien für die Kriminalstatistik.

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