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Betreuungsengpass und Elternsorgen

Entscheidung über die Holzwickeder Kita drängt

Von Yvonne Schütze-Fürst, 12.06.2018
Entscheidung über die Holzwickeder Kita drängt © Architekten weiss-wessel
Der Entwurf der Architekten zeigt die Kita „Sonnenschein“, wie sie auf dem Festplatz (Platz von Louv ...

Holzwickede. Eltern der Kinder aus dem Modulkindergarten fordern eine schnelle Lösung ein. Die UKBS muss abwarten und der Kirchenkreis plant eine weitere Kita.

Die UKBS als Bauherr der neuen Kindertagesstätte wartet auf eine Entscheidung des Gemeinderates. Es geht nicht um die Frage, ob ein neuer Kindergarten gebaut wird. An der Entscheidung ist nicht zu rütteln. Es geht um die Frage, wo der Neubau errichtet wird. Da gibt es den bestehenden Ratsbeschluss, der die Kita auf dem Festplatz sieht. Mittlerweile liegt wie berichtet der SPD-Antrag zur Aufhebung des Ratsbeschlusses vor. Auch beantragt die SPD, die Kita im Emscherpark zu errichten.

Die UKBS als Bauherr wartet laut Geschäftsführer Matthias Fischer erst einmal das Ergebnis der Ratssitzung am 12. Juli ab. „Wir stehen mit der Awo zurzeit in der Planung für drei vierzügige Kindertagesstätten“, erklärt Fischer, dass drei baugleiche Gebäude in Holzwickede, in Unna-Königsborn und auch in Bergkamen errichtet werden sollen. „Wir wollen praktisch eine Kita dreimal bauen“, spricht Fischer von Synergieeffekten und von Kosteneinsparung durch Wiederholungsaufträge. Allerdings sei es dafür erforderlich, Termine für die Handwerker festzulegen. Sollte es also in Holzwickede zu Verzögerungen kommen, würden letztlich die beiden anderen Kindergärten profitieren. „Zurzeit wissen wir nicht, wie es weitergeht und was dabei herauskommt“, bleibt Fischer noch gelassen. Er erklärt aber auch: „Irgendwann müssen wir eine Reihenfolge festlegen“.

Für Eltern, deren Kinder den Modulkindergarten an der Rausinger Straße besuchen, dauert alles viel zu lange. Sie fordern eine schnelle Lösung ein. Und dabei, so machen sie deutlich, ist ihnen ganz egal, wo die neue Kita entsteht, Hauptsache, sie entsteht. „Neben all den Streitereien der regionalen Politik um den richtigen Standort ist unsere allergrößte Sorge, dass es zu einem erheblichen Zeitverzug bezüglich Baubeginn und Fertigstellung der Kita kommt“, äußern sich die betroffenen Eltern. „Wir sind darauf angewiesen, dass der zuvor zugesagte Eröffnungstermin zum 1. August 2019 gehalten wird. Auch wir brauchen Planungssicherheit. Eine Verzögerung hat weitreichende Konsequenzen zur Folge, über die sich unseres Erachtens nach kaum jemand Gedanken macht.“ Die Eltern beklagen die klimatischen Bedingungen in den Containern und auch im Außenbereich, in dem nur ein Sonnensegel Schatten spendet.

Noch ein Neubau
Das Thema Kindergarten-Neubau ist damit aber noch nicht erledigt, denn noch mangelt es an Betreuungsplätzen, noch müssen Übergangslösungen wie an der Rausinger Straße und auch in Opherdicke herhalten. Die Planungen für einen viergruppigen Kindergarten in Hengsen/Opherdicke stecken noch in den Kinderschuhen. Träger: die Evangelische Kirchengemeinde. Dieser Neubau soll die in der Kita „Schatzkiste“ untergebachten Kinder aufnehmen. Die Schatzkiste ist ebenfalls zu klein geworden, Kinder sind bereits im ehemaligen Feuerwehrhaus neben der Kita untergebracht. Auch hier existiert also eine Übergangslösung. „Zurzeit befinden sich die UKBS als Bauträger und das Kindergartenwerk im Evangelischen Kirchenkreis als späterer Einrichtungsträger in vorbereitender Planung“, erklärte Dietrich Schneider vom Kirchenkreis auf Anfrage. In den nächsten Wochen sollen die Planungen an die Gemeinde Holzwickede und den Kreis Unna weitergereicht werden. Der Kirchenkreis und UKBS gehen von einer Entscheidung bezüglich Standort und dem grünen Licht für das Vorhaben in diesem Sommer aus. „Im günstigen Fall könnte ein Kita-Betrieb zum Jahreswechsel 2019/2020 aufgenommen werden.“

SPD und Grüne werben für die alternativen Standorte

Die SPD und Bündnis 90/Die Grünen werben weiter für die von ihnen vorgeschlagenen Kita-Standorte.

SPD-Ratsherr Björn Ambrosius und der Juso-Vorsitzende Jonas Beckmann betonen, dass auf dem Grundstück im Emscherpark bereits Baurecht geschaffen ist. „Natürlich muss noch ein gültiger Bauantrag gestellt werden, aber das ist für jedes Bauvorhaben so“, erklären sie. Ihre Kritik richten sie auch gegen die Grünen, deren Vorschlag etwas „von Realsatire habe“ – „einfach mitten auf dem Festplatz zu bauen, den Kindern zu raten, beim Schützenfest die Köpfe einzuziehen und dies alles damit begründen, dass dieser Standort nur 100 Meter von dem der CDU und der SPD entfernt sei“. Es helfe auch nicht weiter, „wenn über Regressansprüche philosophiert wird. So wird erlaubt, dass unwahrscheinliche Szenarien etwaiger Verzögerungen bei den betroffenen Eltern Ängste schüren.“

Für den Grünen-Vorschlag wirbt Friedhelm Klemp mit folgenden Argumenten: Die Fläche ist versiegelt, es besteht keine nunmittelbare Bebauung, die Fläche liegt in der Sonne, ist offen und einsehbar. Auf eine Hol- und Bringzone könne verzichtet werden.

Da einmal im Jahr vom Schützenfest alle Standorte tangiert wären, schlagen die Grünen eine Schließung der Kita am Schützenfestmontag vor.

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