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Unfall auf dem Schulweg

Zehnjähriger im Kofferraum des Schultaxis verletzt

Von Michael Dörlemann, 03.05.2018
Zehnjähriger im Kofferraum des Schultaxis verletzt © Foto: Peter Bandermann
Die Polizei verhängt Bußgelder, wenn ihr auffällt, dass es ein Fehlverhalten der Fahrer gibt. Regelm ...

Heil. Der Schüler der Prein-Grundschule erleidet durch ein Bremsmanöver eine Schädelprellung. Der Fahrer soll ihn genötigt haben, in den Kofferraum zu steigen, weil das Taxi voll war.

Die Eltern der Grundschulkinder aus Heil machen sich Sorgen um ihre Kinder: in den vergangenen Tagen hat ein 10-Jähriger bei zwei Fahrten mit einem Großraumtaxi zur Schule offenbar Verletzungen erlitten, weil er nicht richtig untergebracht war. Die Preinschule in Oberaden, die der Schüler besucht, bestätigt, dass es mehrere Beschwerden über das private Transportunternehmen gegeben hat, das die Schüler aus Heil zur Grundschule befördert.

Zu dem folgenschwersten Unfall ist es am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr gekommen. Nach Schilderungen des 10-Jährigen nötigte ihn der Fahrer des Taxis, in den Kofferraum zu steigen, weil die Sitzplätze im Fahrzeug nicht für alle Schüler reichten. Dort habe es weder Sitze noch Sicherheitsgurte gegeben. Auf der Königslandwehr musste der Fahrer stark bremsen, sodass der 10-Jährige mit dem Kopf gegen die Heckscheibe prallte. Anschließend sei der Fahrer weiter zur Schule gefahren.

Etwa zwei Stunden später klagte das Kind über Schwindelanfälle und musste von den Eltern von der Schule abgeholt werden. Ein Arzt stellte eine Kopfprellung fest.

Nach den Angaben der Eltern bei der Polizei soll sich der 10-Jährige bereits am vergangenen Freitag bei der Taxifahrt zur Schule leicht verletzt haben. Der Fahrer habe drei Kinder auf die Rückbank gesetzt und für ihn habe es keinen Sicherheitsgurt mehr gegeben. Als das Fahrzeug scharf abbremsen musste, habe er sich eine Schürfwunde am Arm zugezogen. Die Polizei ist dabei, den Sachverhalt und die beiden Fahrer zu ermitteln.

Nach Angaben von Ortsvorsteherin Rosemarie Degenhardt soll es in den vergangenen Wochen immer wieder Beschwerden von Eltern über die Fahrer des Unternehmens gegeben haben. Kinder sollen befördert worden sein, ohne angeschnallt zu sein. In einzelnen Fällen sollen Schüler stehen geblieben sein, weil das Fahrzeug zu klein war. Nach Angaben der Grundschule hat sich die Schulleitung schon bei dem Transportunternehmen beschwert und es wegen des Vorfalls abgemahnt.

Zuständig für den Transport der Schüler zur Schule ist allerdings die Stadt als Schulträger, wie Bürgermeister Roland Schäfer bestätigte. Er kündigte an, dass die Stadt Konsequenzen aus den Vorfällen ziehen will. „Wir werden auf jeden Fall mit den Verantwortlichen reden. Notfalls müssen wir den Auftrag an ein anderes Unternehmen vergeben“, sagte er.

Die Fahrten müssten so durchgeführt werden, dass die Kinder nicht gefährdet sind. Schäfer bat darum, dass Eltern ähnliche Vorfälle sofort beim Schulverwaltungsamt melden.

Das Problem scheint vor allem die Kontrolle der Schultaxis zu sein. Sprecher Thomas Röwekamp von der Ktreispolizeibehörde in Unna bestätigte, dass es keine regelmäßigen Kontrollen bei Schülertransporten gebe. Wenn Beamten ein Fehlverhalten auffalle – zum Beispiel, dass Schüler auf der Fahrt nicht angeschnallt sind – gehe die Polizei dem nach.

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