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Hellweger Anzeiger
Westfälische Rundschau

Wieder Beschwerde über die Post

Briefe mit Geld verschwinden

Von Christian Vormbrock, 22.04.2016
Briefe mit Geld verschwinden © picture alliance / dpa
Ein Brief durchläuft auf seiner Reise von A nach B zahlreiche Stationen und Hände. Wo die sechs Brie ...

Holzwickede. Erneut sind in der Emschergemeinde zahlreiche Postsendungen bei ihren Empfängern nicht angekommen – Glückwunschkarten, Briefe, mit und ohne Inhalt. Das Besondere: In demselben Gebiet gab es schon im Oktober eine Häufung.

Damals war einer Holzwickederin aus dem Augsburger Weg wie berichtet erst aufgefallen, dass sie Postsendungen nicht erreicht hatten, als ein Handwerker sie verwundert fragte, ob sie eine Rechnung nicht bezahlen wolle. Nach eigener Recherche war schließlich aufgefallen, dass nicht nur ihr, sondern auch zahlreichen Nachbarn im Gebiet Augsburger Weg Postsendungen fehlten. Selbst ein Testbrief verschwand damals im Post-Nirwana.

Nun scheint es ähnlich zu sein. Denn eine junge Familie aus der Querstraße des Augsburger Weges, der Münchener Allee, wartete in der vergangenen Woche vergeblich auf zahlreiche Glückwunschkarten zur Konfirmation der Tochter. „Wir wissen von sechs Briefen, die in jedem Fall abgeschickt wurden, aber nicht angekommen sind“, empörte sich die junge Mutter in der Redaktion unserer Zeitung. Die Briefe kamen aus ganz unterschiedlichen Ecken des Bundesgebietes, aus Hagen, Bad Oeynhausen, Lehr und Kamen, was den Verdacht nahelegt, dass sie erst in oder kurz vor Holzwickede verschwunden sind.

Briefe mit Geld verschwinden © picture-alliance/ gms
Geldgeschenke, etwa zur Konfirmation, sollte man in keinem Fall mit der normalen Post schicken. Zwar ...
Bis auf zwei Ausnahmen hatten alle sechs Briefe eins gemeinsam: Sie transportierten nicht nur Glückwünsche für die Tochter zur Konfirmation, sondern hatten auch einen anderen Inhalt. „Es befand sich teilweise Geld darin, ein Gutschein und auch ein kleiner Schutzengel“, so die Mutter. Nichts davon kam an.

Die Frau wandte sich umgehend an die Deutsche Post, die hierfür eine eigene Hotline eingerichtet hat (siehe Infokasten). Zwar können sich dort auch die Empfänger nicht erhaltener Briefe melden, vor allem sollte eine Beschwerde allerdings von denjenigen ausgehen, die die Briefe abgeschickt haben. Dann, so die Post, könne man den Weg der Briefsendung besser nachvollziehen.

Wie bereits im vergangenen Oktober, zeigte sich die Deutsche Post überrascht von dem neuerlichen Fall der verschwundenen Briefe. „Uns ist keine Zunahme an Anzeigen in diesem Bereich bekannt“, erklärte Rainer Ernzer, der Pressesprecher der Deutschen Post für den Bereich östliches Ruhrgebiet, gegenüber unserer Zeitung. Er bekräftigte allerdings noch einmal, dass man ausschließe, dass der in diesem Gebiet arbeitende Zusteller etwas mit dem Verschwinden zu tun hat. Dieser sei eine der längsten und zuverlässigsten Zusteller. Die Post wolle nun aber versuchen nachzuvollziehen, ob womöglich auf dem Weg zur Zustellerin etwas nicht ganz richtig läuft – Stationen gibt es diesbezüglich in jedem Fall genügend (siehe kleinen Text). An einen solchen Verdacht mag auch die junge Mutter nicht glauben, denn auch sie kennt und schätzt „ihren“ Zusteller.

Will man Geld auf dem Postweg versenden, gibt es laut Rainer Ernzer nur einen Weg, dies zu tun: mit dem „Wert-National-Brief“, der bis 100 Euro versichert ist und den sich die Post ziemlich stattlich bezahlen lässt. „Ansonsten ist das Versenden von Geld per Brief aber auch gar nicht zulässig“, so Ernzer. Dies stehe zumindest in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, weshalb die Deutsche Post für solche verloren gegangenen Briefe nicht haftet. Dies gilt im Übrigen auch für das teurere Einschreiben.

Post-Hotline

Sollten Briefe nicht zugestellt werden, rufen Betroffene am besten umgehend die Hotline an, 0228/4333112.

Einmal durch das Alphabet

Verschickt man einen Brief von A nach B, so durchläuft dieser im Hintergrund fast das ganze restliche Alphabet. Als Beispiel kann man etwa einen Brief nehmen, der von Hamburg nach Holzwickede geschickt wird, wie Rainer Enzer von der Deutschen Post erklärt. Wenn der Brief in Hamburg mit einer Briefmarke versehen und in einen Briefkasten geworfen wird, wird er dort zunächst im Rahmen einer üblichen Leerung eingesammelt. Es geht in das nächstgelegene Briefzentrum. Dort wird er sortiert und für die weitere Fahrt fertiggemacht. Über Nacht geht es dann mit dem Lkw von Hamburg nach Werl. In Werl ist nämlich das zuständige Briefzentrum für den Kreis Unna. Hier wird der Brief dann ein weiteres Mal sortiert und in den frühen Morgenstunden nach Unna gebracht. In der Nachbarstadt kommt die gesamte Post für die Emschergemeinde an, wird dort noch einmal sortiert und für die Fahrt in die Emschergemeinde vorbereitet. Hier kommt er dann zumeist in sogenannte Postablagekästen, aus denen die Post-Zusteller dann die Post entnehmen und in ihren Bezirken verteilen.

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